Loading...

Eine neue Mitte für die Museumsinsel

Als Schloss Gottorf vor 70 Jahren zum Museum wurde, war der Bau zuvor über ein Jahrhundert Kaserne gewesen – und hatte entsprechend gelitten. In den vergangenen Jahrzehnten wurden etliche Bausünden der Kasernenzeit rückgängig gemacht. Die Wiederherstellung des Herzoglichen Schlosses wird durch den Masterplan fortgesetzt. Der moderne Anbau zielt auf die aktuelle Bestimmung des Schlosses ab: ein für alle Bürger offenes Museum.

Kein Jahrhundert blieb Schloss Gottorf so unberührt wie im 20. Das frühe 21. wird nun die umfangreichsten Umgestaltungen mit sich bringen, die es seit dem Bau des gewaltigen Südflügels durch Herzog Friedrich IV. gegeben hat. Doch diesmal nicht aus repräsentativen Zwecken, sondern um Schloss Gottorf endlich als das erlebbar werden zu lassen, was es vor 70 Jahren geworden ist: ein Museum im Schloss.

Häufig gestellte Fragen

Der „Masterplan Gottorf“ ist ein Mehrjahreskonzept zur Modernisierung der Schleswiger Museumsinsel. Den Anfang machte eine Strukturanalyse des Ist-Zustands, gefolgt von einem internationalen Ideenwettbewerb und der inhaltlichen Ausarbeitung in Kooperation mit dem Büro Holzer Kobler Architekturen (Zürich/Berlin). Die Umsetzung des Masterplans beginnt 2017.

Um sie zeitgemäßen Besuchererwartungen anzupassen, sie barrierefrei erlebbar zu machen und klare Rundgänge zu schaffen. Wir brauchen einen Besucherempfang, an dem alles beginnt und jeder Schlossbesuch auch endet.

Zum einen werden die Dauerausstellungen der beiden Landesmuseum komplett neugedacht und -gestaltet, zum anderen wird es einen den Ostflügel erweiternden Neubau geben.

Ja, das Schloss bleibt erhalten. In Fortführung der Vision von Herzog Friedrichs IV. (1671-1702) komplettiert der Neubau das Schlossgebäude, versperrt durch die Auswahl von zurückhaltenden Baustoffen aber kaum den Blick auf das barocke Schloss. Im Gegenteil: die reflektierende Fassade eröffnet neue, unerwartete Blicke auf die östliche Schlossseite. Die Sicht auf die imposante Südfassade bleibt hiervon gänzlich ungestört.

Das Schlossgebäude selbst hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert – sieht man von Restaurierungsmaßnahmen oder der Rekonstruktion der Laterne in den 1980ern ab. (Die Laterne – der Standerker zum Innenhof – war 1870 einer Pulverexplosion zum Opfer gefallen).

D.h., seit das Schloss die Museen beherbergt, wurden im Gegenteil „Sünden“  der Kasernenzeit teilweise wieder rückgängig gemacht. Eine Fortsetzung dieser Maßnahmen sieht ja auch der Masterplan vor.

Umfangreiche Baumaßnahmen (von insges. mehr als 30 Mio Euro) fanden dagegen in den Nebengebäuden statt.

Ein Museum braucht den Empfang, einen Ort, an dem die Besucherinnen und Besucher ankommen, ihr Ticket kaufen können, Garderobe und WCs finden, ihren Ausstellungsbesuch planen, von dort aus barrierefrei beginnen sowie sich dort auch wieder treffen können. Einen solchen Ort kann es aus mehreren Gründen im Schlossgebäude selbst nicht geben. Die Erweiterung der Museumsflächen nach Osten in einen Erweiterungsbau ist deshalb sinnvoll, weil gerade dort die unterschiedlichen Etagenniveaus des älteren Ostflügels und des jüngeren Südflügels miteinander verbunden werden können, wodurch barrierefreie Rundgänge möglich werden. Durch die Konzentration von Veranstaltungsflächen, der Gastronomie und des Museumsshops entsteht nicht nur ein neues Empfangszentrum für das Schloss, sondern ebenso eine „neue Mitte“ für die gesamte Insel.

Der Ort der Schlosserweiterung berücksichtigt neben diesen funktionalen Aspekten auch die Architektur des Schlosses. So wird die Südansicht nicht beeinträchtigt und ein altes Konzept Friedrichs IV. wieder aufgenommen, der im Anschluss an die Realisierung seines neuen Südflügels auch die Schaffung eines neuen Ostflügels im Auge hatte.

Ja, dank der Sanierung, Erweiterung und Modernisierung des Schlossgebäudes wird es auch Menschen mit Behinderung möglich sein, unsere Ausstellungen problemlos besuchen zu können. Neben mehreren Aufzügen wird es ein modernes Wegeleitsystem und eine an den Richtlinien für Barrierefreiheit im Museum angepasste Ausstellungsgestaltung geben.

Zum einen werden die neuen Dauerausstellungen intergenerativ erfahrbar sein, d.h. für jede Altersgruppe unterschiedliche Zugänge und Vermittlungsformate bieten. Zum anderen wird der Museumsbesuch bspw. durch gastronomische Angebote einfacher zu planen sein.

Alle Fragen →

Letzte Beiträge

Schleswiger Kommunalpolitik steht hinter den Plänen zur Modernisierung der Museumsinsel

01.12.2016|0 Comments

Die Schleswiger Kommunalpolitik steht geschlossen hinter den Plänen der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen zur Modernisierung der Museumsinsel. Eine Präsentation des Masterplans Schloss Gottorf durch die beiden Gottorfer Vorstände Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim und Guido [...]

Masterplan-Finanzierung ist gesichert!

11.11.2016|0 Comments

Mit der Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, für die Erweiterung und Modernisierung der Landesmuseen auf Schloss Gottorf Fördermittel in Höhe von 15,4 Millionen Euro bereit zu stellen, steht fest: Mit der Umsetzung des Masterplans [...]

Alle Beiträge →

Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen →